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Sie sind hier: Fachliteratur » Medizin Spektrum 26. Mai 2024
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Die Patientenorganisation Angst- und Panikhilfe Schweiz aphs

6 Jahre seuchte ich durch mein Leben ohne eine Diagnose, 6 Jahre dachte ich verrückt zu sein oder komplett von einem anderen Planeten abzustammen. 6 Jahre lang litten nicht nur mein Ehemann und meine Kinder, sondern auch ich ganz erheblich unter meinen Ängsten. Nach diesen schmerzvollen Jahren las ich eines Tages einen kleinen Artikel in einer Tageszeitung über die Gründung einer Angstselbsthilfegruppe in Zürich. Alles, was Ärzte mir vor knapp 18 Jahren auf Grund meiner Symptomatik nicht erklären konnten, wurde mir nur durch diese wenigen Zeilen erklärt. Für mich war es wie eine Wiedergeburt. Meine Symptome hatten endlich einen Namen. ANGST! Ein neues Leben konnte beginnen.

 

Rasch fand ich Bücher zur Thematik und Kontakte zu anderen Betroffenen. Nach der Gründung mehrerer Selbsthilfegruppen und etlichen Medienauftritten lag es auf der Hand, endlich Nägel mit Köpfen zu machen und Angst- und Panikattacken auch in der Schweiz als «gesellschaftsfähig» zu integrieren. Ich pflegte den Kontakt zur Münchner Angstselbsthilfe und holte mir von da auch etliche Tipps. Eines nachts, wenige Stunden vor der Aufzeichnung einer weiteren Fernsehsendung, an der ich teilnehmen sollte, kam mir die Idee einer eigenen Patientenorganisation für Angst- und Panikbetroffene. Bereits am nächsten Tag stand das Gründerteam fest. Zusammen mit Jürg Stuber und Daniel Huber riefen wir am 08.08.2000 die Angst- und Panikhilfe Schweiz aphs ins Leben.

 

Dank der finanziellen Starthilfe eines ebenfalls Betroffenen konnten wir als Erstes unseren Internetauftritt realisieren. Erst war es nur eine Website mit wenigen Informationen und einem Chat. Heute hat sich diese Website zu einer geschätzten Informationsplattform für Betroffene, deren Angehörige, Ärzte, Journalisten und am Thema Interessierte entwickelt. Die Besucherzahlen sprechen für sich. Aphs ist aus der grossen weiten Welt des www nicht mehr wegzudenken. Betroffene, welche das Haus nicht oder nur in Begleitung verlassen können, finden über unsere Plattform den Weg zu anderen Betroffenen. Kontakte werden geknüpft und Freundschaften geschlossen. Was für viele Betroffene undenkbar war, wurde Realität: Auch sie können ein soziales Leben pflegen, wenngleich es anfänglich «nur» über das Medium Internet stattfinden kann.

 

Mit gut organisierten Anlässen locken wir unsere Mitglieder aus der Enge ihrer Einsamkeit nach draussen. Unter Gleichgesinnten geht vieles wieder, was zuvor über Jahre hinweg nicht mehr machbar schien. Sogar an unsere alljährlich stattfindende Generalversammlung wagen sich etliche Betroffene. Für viele das erste Mal überhaupt, dass sie einer solchen Versammlung beiwohnen können. Sich in der Sicherheit wiegend, eine Panikattacke dürfe an einem solchen Ort Platz haben, werden auch gesellige Anlässe (wie z.B. ein Fondueplausch an diesem Wochenende) zur überwindbaren, guten Erfahrung, die Mut macht, vielleicht auch ab ausserhalb von uns organisierten Anlässen einen neuen Schritt aus der Isolation heraus zu wagen.

 

Durch unsere finanzielle und betreuende Unterstützung finden immer mehr Betroffene den Mut, in ihrer Region eine eigene Selbsthilfegruppe für Angst- und Panikbetroffene zu leiten. Auch dies bedeutet einen weiteren Schritt aus der Isolation heraus, den wir fördern. Für mich waren in früheren Jahren diese Gruppenbesuche DER Lichtblick in meinen kalten Wochen tiefer Ängste und Verzweiflung. Egal wie schlecht es mir ging, für die Gruppenbesuche motivierte ich mich immer.

 

Die Idee von aphs greift aber sehr viel weiter. Uns ist es wichtig, Betroffene rasch möglichst in eine gute Betreuung oder Therapie zu bringen. Durch die Zusammenarbeit mit den Herren Hättenschwiler und Höck – beides Ärzte, die mit der Angstthematik bestens vertraut sind – ist es uns bereits gelungen, einer grossen Anzahl Menschen auch in ihrer Wohnregion rasch einen geeigneten und informierten Therapeuten zu vermitteln.

 

Der von Brigitte Dubois und Franziska Niggli betreute Telefondienst, welcher täglich erreichbar ist, wird rege benützt. Oft können Leidende zum ersten Mal offen über ihre Ängste sprechen und werden von ebenfalls Betroffenen am anderen Ende der Leitung nur all zu gut verstanden. Rasche Hilfe und Beratung liegen uns daher sehr am Herzen.

 

Aber auch den Dialog mit Behörden und den IV-Stellen suchen wir. Nicht jeder, der unter Angst leidet, braucht eine IV-Rente, aber diejenigen, die sie brauchen, sollen an diesen Stellen ernst genommen werden und nicht viele Jahre auf eine dringend notwendige Rente warten müssen. Existenzängste treiben Betroffene meist noch tiefer in die Ängste hinein. Eine Rente kann auch Raum freigeben, um sich in aller Ruhe den nötigen Therapien zu widmen, die es braucht, um später vielleicht wieder ganz normal einer geregelten Arbeit nachgehen zu können. Umschulungen können eine Wiedereingliederung möglich machen.

 

Im Sommer dieses Jahres erschien durch grosszügige Unterstützung der Firma GlaxoSmithKline unsere erste Patientenbroschüre «Angsterkrankungen». Diese Broschüre wird nach wie vor von Ärzten und Betroffenen als sehr hilfreich erachtet und gerne bei uns bestellt.

 

Aphs organisiert Vorträge oder referiert da, wo wir eingeladen werden. Aufklärungsarbeit ist eines unserer wichtigsten Anliegen. Ein weiteres, grosses Fernziel unserer Organisation wäre, in der Schweiz eine spezielle Klinik für Angst- und Panikbetroffene zu schaffen. Davon sind wir allerdings noch weit entfernt!

 

Für alle unsere kleinen und grossen Ziele benötigt es eine Menge Geld. Geld, das nicht einfach verfügbar für uns ist. Wir alle arbeiten ehrenamtlich für APhS, zum Teil jeden Tag unter belastend langen Stunden. Ein Umstand, den wir rasch ändern müssen, wollen wir aphs auch in 5 Jahren noch als Patientenorganisation am Leben erhalten. Finanziert wird aphs zur Zeit nur durch Mitgliederbeiträge und Spenden. Ohne diese Spenden könnten wir die ganze Infrastruktur heute nicht mehr finanzieren. Nur durch den unermüdlichen Einsatz unseres Ärzteteams und dem enormen Einsatz von Betroffenen in unserer Organisation ist es möglich, diesen immer grösser werdenden Apparat APhS weiter nach vorne zu führen.

 

Durch all unseren Einsatz ist es möglich, Betroffenen einen langen Leidensweg zu ersparen, denn mit unserer Arbeit zeigen wir ihnen auf, dass Ängste therapierbar sind und es keinen Grund für einen Absturz in Drogen oder Alkohol, ja sogar in den Selbstmord gibt. Auch ein Leben mit Angst kann lebenswert sein!

 

 

Pierrette Siegel, Gründungs- und Vorstandsmitglied aphs


Telefon-Hotline für Betroffene  0848 801 109
Internet: www.aphs.ch

 



 
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