Reizdarmsyndrom: Lösliche Pflanzenfasern sind besser als unlösliche
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Sie sind hier: Fachliteratur » Journalscreening 19. Mai 2022
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Reizdarmsyndrom: Lösliche Pflanzenfasern sind besser als unlösliche

Viele Hausärzte raten beim Reizdarmsyndrom zur Ernährungsumstellung, so auch mehr Kleie-Produkte zu essen, da diese viele unlösliche Pflanzenfasern enthalten, die als Ballaststoffe den Darm anregen sollen. Nun zeigte eine im BMJ publizierte Studie, dass lösliche Pflanzenfasern, die im Flohsamen (als Psyllium bekannt) reichlich vorkommen, die bessere Alternative sein könnten.

275 Patienten im Alter von 18 bis 65 Jahren mit Reizdarmsyndrom erhielten für 12 Wochen zweimal täglich entweder 10 g Psyllium oder Kleie oder als Placebo Reismehl, dass fast keine intakten Pflanzenfasern mehr enthält.

 

Im Vergleich zur Placebogruppe erfuhren in der Psyllium-Gruppe deutlich mehr Patienten eine Verbesserung der Beschwerden sowohl nach einem Monat (57% vs. 35%) als auch nach zwei Monaten (59% vs. 41%). Die Kleie war nur im dritten Monat effektiver als Placebo (57% vs. 32%). Nach 12 Wochen hatten sich die Beschwerden mit Psyllium um 90% verringert (p=0.03 vs. Placebo), mit der Kleie um 58% (p=0.61 vs. Placebo) und mit dem Reismehl immerhin um 49%. Die Wirksamkeit der Kleie scheint zunächst zwar beeindruckend; Doch viele vertrugen die Kleie nicht oder die Beschwerden verschlechterten sich sogar: Nur 56% führten die 12-wöchigen Behandlung zu Ende. Mit Reismehl waren es 60% und mit Psyllium 64%.

 

Konklusion der Autoren: Der an löslichen Pflanzenfasern reiche Flohsamen (Psyllium) ist bei Reizdarmsyndrom wirksam.

 

Link zur Studie

BMJ 2009;339:b3154 - Bijkerk CJ et al.

16.09.2009 - gem

 
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