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Sie sind hier: Fachliteratur » Journalscreening 07. Oktober 2022
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HIV: Atazanavirsulfat als neue Therapieoption bei zuvor unbehandelten Patienten

In Europa wurde kürzlich Atazanavirsulfat in Kombination mit anderen retroviralen Medikamenten bei noch unbehandelten HIV-Patienten zugelassen. Die Zulassungsstudie, ein direkter Vergleich mit Lopinavir als Goldstandard unter den Protease-Inhibitoren, wurde nun im Lancet publiziert.

883 bisher unbehandelte erwachsene HIV-Patienten wurden in die internationale CASTLE-Studie eingeschlossen, die als Nicht-Unterlegenheits-Studie geplant wurde. 440 Patienten erhielten einmal täglich 300 mg Atazanavir plus 100 mg Ritonavir (ATV/r-Gruppe); 443 Patienten erhielten zweimal täglich 400 mg Lopinavir und 100 mg Ritonavir (LPV/r-Gruppe). Beide Gruppen erhielten zusätzlich eine fixe Kombination mit 200 mg Tenofovir plus 200 mg Emtricitabin. Primärer Endpunkt war der Anteil Patienten, der eine Viruslast von unter 50 Kopien/ml nach 48 Wochen erreichte.

 

Nach 48 Wochen hatten in beiden Studienarmen etwa gleich viele Patienten den Studienendpunkt erreicht (78% unter ATV/r vs. 76% unter LPV/r, Differenz 1.7%). Ebenso war der CD4-Anstieg vom Ausgangswert vergleichbar (203 Zellen/μl in der ATV/r-Gruppe vs 219 Zellen/μl in der LPV/r-Gruppe). 25 Patienten (6%) mit ATV/r und 26 (6%) mit LPV/r zeigten nach 48 Wochen ein virologisches Versagen. 2 Patienten, beide in der ATV/r-Gruppe, entwickelten eine Genmutation, die bei einem davon zu einer phänotypischen Atazanavir-Resistenz führte. Nebenwirkungen traten bei 12% unter ATV/r und bei 10% unter LPV/r auf. In der LPV/r-Gruppe traten häufiger Durchfälle (11% vs. 2%) und Übelkeit (8% vs. 4%) auf. Dafür litten die Teilnehmer in der ATV/r-Gruppe häufiger an Gelbsucht (4% vs. 0%) und einer Erhöhung des Bilirubins (34% vs. <1%).

 

Konklusion der Autoren: Bei bisher unbehandelten HIV-Patienten erwies sich Ritonavir geboostetes Atazanavir einmal täglich gegenüber Lopinavir/Ritonavir zweimal täglich als nicht unterlegen. Mit dem Vorteil einer besseren gastrointestinalen Verträglichkeit, jedoch häufigeren Hyperbilirubinämien.

Lancet 2008;372:646-655 - Molina JM et al. for the CASTLE Study Team

28.08.2008 - gem

 
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