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Anämie präoperativ korrigieren: Der Hausarzt ist die Schlüsselperson
 
Bereits eine leichte präoperative Anämie erhöht die postoperativen Komplikationen und die Mortalität erheblich. Deshalb gilt, Blutwerte bereits vor dem Spitaleintritt abzuklären und zu korrigieren. Der Hausarzt spielt dabei in der Erfassung und Behandlung einer präoperativen Anämie die zentrale Rolle.

Die präoperative Anämie ist häufig. «In allen Studien, die das Thema präoperative Anämie beleuchten, kommt eine Inzidenz von um die 30% heraus; und das ist einfach viel zu viel», mahnte Professor Dr. med. Donat Spahn, Direktor Institut für Anästhesiologie, UniversitätsSpital Zürich, an einem Satellitensymposium von Vifor Pharma an der SwissFamilyDocs Conference 2012.

 

«Sie, die Hausärzte, sind die Schlüsselpersonen, um die präoperative Anämie anzugehen.» Dabei sind es keinesfalls nur die schweren Anämien, die postoperativ zu einer erhöhten Komplikationsrate und Mortalität führen. Bereits eine milde Anämie steigert die perioperative Gesamtmortalität. Dies zeigt eine im Lancet publizierte Studie [1], die Daten von 227'425 Patienten, die sich einem grösseren chirurgischen Eingriff unterziehen mussten, analysierte.

Von den eingeschlossenen Patienten wiesen 69'229 (30,4%) präoperativ eine Anämie auf. Untersucht wurde die 30-tägige Mortalität und Morbidität (kardiale und respiratorische Ereignisse, ZNS- oder Wundkomplikationen, Komplikationen der Harnwege, Sepsis und thromboembolische Ereignisse). Die Mortalität war bei Patienten mit milder Anämie (Hämatokrit w: >30 bis <36%; m: >30 bis <39%) um 41% erhöht gegenüber den Operierten, die ohne Anämie starteten. In der Gruppe der mittelschweren bis schweren Anämien fiel dieser Wert mit 44% nur unwesentlich höher aus. Schwere Komplikationen traten bei präoperativ leicht anämischen Patienten in 31% der Fälle auf, bei schwererer Anämie in 56%. «Eine milde Anämie hat also die perioperative Mortalität um 40% gesteigert. Dies muss verhindert werden», sagte Prof. Spahn.

 

Patient Blood Management

Dafür steht das Konzept des «Patient Blood Management». Es beruht auf drei Säulen [2]:

  • Korrektur einer präoperativen Anämie
  • Reduktion des perioperativen Blutverlusts
  • Optimiertes postoperatives Anämie-Management
Die Umsetzung dieses Konzepts erfordert eine gute Zusammenarbeit zwischen den Hausärzten und den Spitälern, da in den meisten Fällen die Hausärzte durch Einsatz von Eisen (i.v.), Erythropoese-stimulierende Substanzen, Vitamin B12 und Folsäure die erste Säule beeinflussen können (s. Tabelle 1). Dabei soll die Behandlung der Anämie so früh wie möglich begonnen werden, aber auch 72 Stunden präoperativ kann die Gabe von Eisen (i.v.) das Outcome noch positiv beeinflussen [3]. Zur richtigen Dosierung der Eisensubstitutions-Therapie bei Eisenmangel mit und ohne Anämie wurde unter Mitarbeit von Prof. Spahn eine Checkliste zur optimalen Vorbereitung des Patienten auf eine Operation erarbeitet.

 

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Fatigue: Auch bei Eisenmangel ohne Anämie?

Der zweite Schwerpunkt des Symposiums behandelte PD Dr. Bernard Favrat, Policlinique Médicale Universitaire, CHUV, Lausanne: Die Fatigue. Oft geht die Fatigue mit einer Anämie einher. Der Frage, ob auch ein Eisenmangel ohne Anämie für eine Fatigue verantwortlich gemacht, und in der Konsequenz die Fatigue durch eine Eisensubstitution verbessert werden kann, geht die PREFER- Studie auf den Grund. Die Studienresultate liegen noch nicht als Publikation vor, sie wurden jedoch an den diesjährigen Kongressen RCOG, EHA und SGIM präsentiert.

 

Untersucht wurden 294 nichtanämische (Hb ≥11,5 g/dl) Frauen im Menstruationsalter mit Fatigue, die entweder ein Serumferritin <50 ng/ml, bestätigt durch eine Transferrin-Sättigung von <20%, oder ein Serumferritin <15 ng/ml aufwiesen. Die Probandinnen erhielten zu Studienbeginn entweder 1000 mg Eisen-Carboxymaltose (Ferinject®) i.v.* oder Placebo i.v., die Studiendauer betrug acht Wochen. Der primäre Endpunkt wurde als eine Reduktion um ≥1 Punkt auf der Piper Fatigue Scale (PFS) definiert.

Nach 56 Tagen erreichten 65% der Frauen mit Eisensubstitution diesen primären Endpunkt, mit Placebo waren es 53% (p = 0,03). Den sekundären Endpunkt, eine 50%ige Reduktion auf der PFS, erreichten mit Eisen-Carboxymaltose 33% der Probandinnen, unter Placebo waren dies 16% (p <0,001). Mit dem i.v.-Eisen konnte bereits am 7. Tag eine Verbesserung der Fatigue beobachtet werden (p = 0,039). Zu Studienende betrug die Verbesserung in der PFS gegenüber dem Ausgangswert unter dem Verum 34,6%, mit Placebo 18,9% (p <0,001; s. Grafik).

Die Eisensubstitutions-Therapie wurde insgesamt gut vertragen. Unter dem Verum traten bei insgesamt 60,0% der Probandinnen Nebenwirkungen auf, unter Placebo waren es 49,7%.

 

Die Studienergebnisse zeigen, dass ein Eisenmangel für die Fatigue verantwortlich sein und durch die Verabreichung von Eisen (i.v.) schnell, einfach und wirksam behandelt werden kann.

 

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*Diese Dosierung ist in der Schweiz für Personen <67 kg noch nicht zugelassen

 

Referenzen:

1. Musallam KM et al., Lancet. 2011;378:1396–1407.

2. Spahn DR et al., Br J Anaesth. 2012;108:889–892.

3. Yoo YC et al., Anesthesiology. 2011;115:929–937.


Vifor Pharma - Dr. med. Nadja Pecinska

24.10.2012 - gem


 
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